Nasse Pfoten für den Ernstfall

In einer teils überfluteten Höhle haben wir mit unseren Rettungshunden trainiert, dass Wasser kein Hindernis darstellt – auch wenn der Rückweg für einige Spürnasen eine unerwartete Herausforderung war.

Im realen Einsatz können wir uns weder das Wetter noch das Gelände aussuchen. Überflutete Keller, tiefe Pfützen, Gräben oder kleine Bäche dürfen unsere Suchhunde nicht aufhalten, wenn jede Minute zählt. Um dieses Szenario unter realistischen Bedingungen zu üben, stand für die Rettungshundestaffel Ruhrgebiet am vergangenen Wochenende ein ganz besonderes Training auf dem Dienstplan: die Suche in einer teils mit Wasser vollgelaufenen Höhle.

Für viele Hunde ist so eine Situation zunächst eine enorme Überwindung. Die Umgebung ist dunkel, jeder Laut hallt ungewohnt von den Wänden wider, der Boden ist uneben – und dann steht da plötzlich trübes, kaltes Wasser im Weg. Unser klares Ziel war es, den Hunden zu zeigen, dass nasse Pfoten kein Grund sind, die Arbeit einzustellen.

Wir möchten ehrlich sein: Es lief nicht bei jedem Hund sofort alles reibungslos. Training bedeutet eben auch, zu schauen, wo die eigenen Grenzen liegen, um sie dann Stück für Stück verschieben zu können.

  • Der Hinweg – Fokussiert und motiviert: Durch schrittweise Gewöhnung und viel Vertrauen in den Hundeführer haben die meisten Vierbeiner ihre anfängliche Skepsis gut abgelegt. Der unbändige Wille, die „vermisste“ Person zu finden und die geliebte Bestätigung (ob Zerrspielzeug oder Leckerli) zu ergattern, ließ das unangenehme Nass oft zur Nebensache werden. Der Suchtrieb siegte.
  • Der Rückweg – Die eigentliche Hürde: Die wahre Herausforderung offenbarte sich jedoch oft erst auf dem Weg nach draußen. Die Person war gefunden, das Spielzeug erbeutet, die Spannung fiel ab – und damit sank bei einigen Hunden auch drastisch die Motivation. Ohne den großen Anreiz vor der Nase bauten sich plötzlich echte Hemmungen auf, das kalte, nasse Element noch einmal durchqueren zu müssen.

Aus Baustellen lernen: Wir bleiben dran!

Genau für diese ehrlichen Momente sind solche intensiven Einheiten so unbezahlbar. Es bringt nichts, sich das Training nur rosarot zu malen. Im Ernstfall muss das Team nicht

nur zur vermissten Person hin, sondern auch sicher wieder aus dem Suchgebiet herauskommen.

Dass es beim Rückweg ohne die ganz große Motivation noch hakt, ist für uns kein Rückschlag, sondern eine extrem wertvolle Hausaufgabe. Wir wissen nun genau, wo wir ansetzen müssen. Wir nehmen diese Erfahrung als Ansporn, bleiben motiviert am Ball und werden unser Training immer weiter verbessern. Denn nur wer seine Baustellen kennt, kann ein absolut verlässliches Rettungsteam für das Ruhrgebiet formen.

Ein bisschen Wasser wird uns auf Dauer ganz sicher nicht aufhalten!

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