Trümmerworkshop in Malchin

Balancieren auf schmalen Betonstegen in luftiger Höhe, das Vordringen in stockfinstere Röhrensysteme und eine anspruchsvolle Nachteinsatzübung unter realistischen Großschadensbedingungen: Beim intensiven Trümmerworkshop des Bundesverbands zertifizierter Rettungshundestaffeln (BZRH) im TCRH Malchin trainierte unsere Rettungshundestaffel Ruhrgebiet gemeinsam mit befreundeten Staffeln unter extremen, praxisnahen Einsatzszenarien.

Das weitläufige Gelände in Mecklenburg-Vorpommern bot mit seinen massiven Gebäudestrukturen, instabilen Trümmerschuttflächen und weit verzweigten Röhrenanlagen ideale Voraussetzungen, um Mensch und Hund bis an ihre Leistungsgrenzen zu fordern und gezielt auf den Ernstfall vorzubereiten.

Trainiert wurde bewusst in gemischten Gruppen über alle Verbandsstaffeln hinweg, um den fachlichen Erfahrungsaustausch zu fördern und das reibungslose Zusammenwirken unterschiedlicher Einsatzkräfte zu festigen. Auf den weitläufigen Schadensstellen warteten massive Herausforderungen auf die Teams. Auf instabilen Trümmerkegeln aus losem Mauerwerk, scharfkantigen Betonplatten, unübersichtlichen Reifenstapeln und verschachtelten Holzkonstruktionen war absolute Trittsicherheit gefragt. Besonders das Begehen steil ansteigender, schmaler Betonbalken und das Arbeiten in ungewohnter Höhe verlangte den Vierbeinern ein hohes Maß an Balance, Körperbeherrschung und blindem Vertrauen in ihre Hundeführer ab. Gleichzeitig boten enge Mauerdurchbrüche und tiefe Hohlräume unter tonnenschweren Betonplatten anspruchsvolle Verstecklagen, die den Hunden eine hochkonzentrierte Witterungsaufnahme und verlässliche Anzeige abforderten.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Erkunden fensterloser Innenbereiche und weit verzweigter Betonröhren. Während die Hundeführer mit Helmlampen tief in die dunklen Tunnelschächte vordrangen und die Funkverbindung zu den Sicherungsteams aufrechterhielten, arbeiteten sich die Hunde mutig durch die engen Röhren vor. Als Höhepunkt forderte die groß angelegte Nachteinsatzübung das gesamte taktische Repertoire. In tiefer Dunkelheit galt es, unübersichtliche Trümmerfelder methodisch abzusuchen, verschüttete Personen in eingestürzten Gebäudeteilen punktgenau zu lokalisieren und die Suchtrupps im Schadensgebiet präzise zu koordinieren.

Direkt im Anschluss an die Ortung trainierten die Einsatzkräfte zudem das gemeinsame, patientenschonende Retten und den sicheren Transport der Verletzten mittels Trage über das weitläufige Übungsgelände.

Neben den fordernden Übungseinheiten auf den Trümmern stand das gesamte Wochenende im Zeichen des starken Zusammenhalts innerhalb des Verbands. Das gegenseitige Unterstützen bei kniffligen Suchlagen, der Austausch über Taktiken und Ausbildungsmethoden sowie die gemeinsame Zeit abseits des Trümmerfelds haben das Netzwerk zwischen den Staffeln nachhaltig gefestigt. Mit vielen wertvollen Impulsen für das regelmäßige Training und gestärkt für künftige, überregionale Realeinsätze blickt die Rettungshundestaffel Ruhrgebiet auf ein rundum erfolgreiches Ausbildungswochenende zurück.

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